Arbeitsansatz
Neben meinen konkreten Angeboten möchte ich Ihnen auch meinen Arbeitsansatz vorstellen, also das Wissen sowie die Überzeugungen und Leidenschaften, die das Fundament dieser Angebote darstellen. Denn für die konkrete Projektarbeit und deren Ergebnisse ist dieser Ansatz immens wichtig. Doch woraus genau ergibt sich diese große Bedeutung? Gerade am Beispiel der Quartiers- und Freiraumentwicklung lässt sich dies besonders deutlich illustrieren.

Denn so sehr sich verschiedene Orte in manchen Aspekten ähneln mögen – letzten Endes sind sie alle Unikate, da sie durch eine unheimliche Fülle an Eigenschaften definiert werden. Doch genau diese Fülle führt dazu, dass die konkrete Ausgestaltung einer Leistung je nach gewählten Startpunkten und darauf aufbauenden Überlegungen gänzlich unterschiedliche Formen annehmen kann. Diese Entscheidungen und Überlegungen erfolgen aber natürlich nicht willkürlich, sondern stützen sich stets auf den im Projekt verfolgten Ansatz. Dieser wird damit zum beständigen, projektübergreifenden Anker der Leistungen – und ist damit für Ablauf und Ergebnis eines Projekts von größter Relevanz.
Mein Ansatz – Kurz und Knapp
- Auf Neurourbanistik gestützte Quartiers- und Freiraumentwicklung, um diese durch den Einbezug psychologischer und neurowissenschaftlicher Erkenntnisse wirklich an den Menschen, ihren Bedürfnissen und ihren Verhaltensweisen orientieren zu können
- Interdisziplinäre Betrachtung der Quartiers- und Freiraumentwicklung, von Mobilität über Ökologie und Klimawandelanpassung bis hin zu den Dynamiken der Immobilienwirtschaft; hierfür nutze ich auch die Situation umfassend abbildende Analysewerkzeuge wie das STEEP-Framework oder die Daseinsgrundfunktionen des Raums
- Tiefgreifendes Verständnis von Lebensqualität und Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit ist kein Selbstzweck, sondern bezieht sich – ob direkt oder indirekt – immer auf die Nachhaltigkeit der Lebensqualität. Durch mein umfassendes Wissen zu Wahrnehmung und Bedürfnissen kann ich dabei alle Ebenen der Lebensqualität berücksichtigen, von der Ästhetik des Moments über die Atmosphäre der Umgebung bis hin zur auf ein angestrebtes Ziel bezogenen Funktionalität. Dabei weiß ich genau, wann Taschenrechner und Datenbanken mir am meisten über eine Situation sagen – aber auch, wann Vorstellungsvermögen, persönlicher Kontakt und Empathie die richtige Wahl sind.
Bei der Kommunikation eines Ansatzes wird dabei oft versucht, diesen in Begriffe zu pressen, die sämtliche in ihm enthaltene Elemente umfassen. Dabei herauskommen würde dann wahrscheinlich ein Statement, das so (oder so ähnlich) aussehen würde:
Eine innovative, zukunftsorientierte und integrierte Arbeitsweise ist das Rückgrat meiner Leistungen, die auf nachhaltige und ganzheitliche Art alle Herausforderungen der Polykrise im Blick hält, um dennoch sinnstiftende Hubs und allseitig inklusive Perspektiven zu schaffen.
Klingt gut? Natürlich. Stimmt vielleicht sogar. Doch die Aussagekraft bewegt sich gefährlich nah am Nullpunkt. Um Ihnen meinen Ansatz vorstellen zu können, möchte ich deshalb einen anderen Weg beschreiten, indem ich Sie mitnehme auf eine kleine Reise – nämlich auf die Reise, in deren Verlauf sich mein Ansatz Stück für Stück und Schritt für Schritt zu dem entwickelt hat, was er heute ist.
Ein interdisziplinärer Werkzeugkasten entsteht
Der Anfang liegt in meiner Kindheit, denn bereits dort sprühte ich vor Neugierde, wollte begierig die Welt sowie ihre Zusammenhänge verstehen und entwickelte breit gefächerte Interessen. Um dieser Breite an Interessen nachgehen zu können sowie auf Grund meiner Leidenschaft für das Thema Umwelt und meinem Wunsch, Positives zu bewirken, entschloss ich mich dann für ein Studium des Umweltingenieurwesens.
Dies stellte sich als eine für mich ausgezeichnete Wahl heraus und im Laufe des Bachelors sowie des anschließenden Masters – dann mit den Vertiefungsrichtungen ressourceneffiziente Stadtplanung und nachhaltige Verkehrsplanung – beschäftigte ich mich ausgiebig mit Themen, die für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft unabdingbar sind. Angefangen von ökologischer und klimawandelangepasster Quartiersentwicklung über die Dynamiken der Immobilienwirtschaft bis hin zum Wechselspiel von Mobilität und Stadtentwicklung erhielt ich so einen sehr interdisziplinären Werkzeugkasten und die Fähigkeit, verschiedenste Fachinhalte miteinander zu verbinden.

Das fehlende Puzzlestück
- Welche Rolle spielen in unserem Entscheidungsverhalten nicht nur quantitativ erfassbare Faktoren wie Zeit und Kosten, sondern z.B. auch das Umgebungsdesign? So wird ein neuer Radweg nicht genutzt, obwohl er mit dem Rad eine bestimmte Strecke schneller überwinden lässt als mit Auto oder ÖPNV. Auch ist der Außenbereich in einem Restaurant ständig leer und im anderen stets prall gefüllt, obwohl in beiden eine hervorragende Küche serviert wird und keine offensichtlichen Nachteile wie Lärm oder Gestank existieren. Wie genau funktioniert also unsere Wahrnehmung und wie verarbeiten wir das Wahrgenommene in unserem Gehirn? Wie kann dies bei neuen Planungen vorausgedacht werden? Und gibt es noch weitere Einflussfaktoren, die unser Verhalten prägen, z.B. aus der persönlichen Biographie, sei es die Erziehung oder Vorbilder aus dem eigenen sozialen Umfeld?
- Wieso besteht in Beteiligungsverfahren manchmal Widerstand gegen Planungen, die nach Realisierung dennoch auf breiter Front begrüßt werden? Oder auch andersherum: wieso werden in manchen Fällen Dinge gewünscht, die nach erfolgreicher Umsetzung dann gar nicht für große Begeisterungsstürme sorgen? Wieso kann das, was wir wollen und anstreben, und das, was wir dann im Fall einer Realisierung wirklich „mögen“, überhaupt auseinanderklaffen? Welche psychologischen Prozesse stehen hier dahinter?
- Und nicht zuletzt: wie kommt unser Wohlbefinden eigentlich genau zustande? Jeder hat eine intuitive Vorstellung davon, was gut ist und was nicht, doch was sind die exakten neuronalen Prozesse dahinter? Was lässt sich daraus für die Planung lernen? So sind viele Quartiere und Freiräume in ihrer Erscheinung und ihren Angeboten sehr unterschiedlich, lassen aber dennoch sofort erkennen, dass hier eine hohe Lebensqualität besteht, also auf einer tieferliegenden Ebene Gemeinsamkeiten existieren müssen.
In Konsequenz beschäftigte ich mich intensiv mit Psychologie und Neurowissenschaften, um durch ein Vordringen bis zu den exakten Ursachen des menschlichen Wahrnehmens, Fühlens und Handelns ein besseres Verständnis der genannten Punkte zu erhalten. Gerade im Bereich der Neurowissenschaft sind hier in den letzten Jahren rapide Fortschritte erfolgt, die das Beantworten mancher der Fragen überhaupt erst ermöglicht haben. Zentral war dabei die Beschäftigung mit menschlichen Bedürfnissen, da deren Erfüllung im Zentrum unseres Handlungsantriebs steht, sowie daraus abgeleitete Fragestellungen (Wie stehen diese Bedürfnisse zueinander in Beziehung? Welche evolutionären, uns allen gemeinsame Präferenzen existieren in Bezug auf diese? Worin unterscheiden sich Individuen?, usw.).
Neurourbanistik – neue Möglichkeiten durch aktuelle Forschung
- Projekte noch mehr am Menschen orientieren zu können,
- die Planung auf eine besser begründ- bzw. erklärbare Basis zu stellen und Projektinhalte dadurch klarer zu strukturieren und zu vernetzen, und
- auf den ersten Blick komplex und verwirrend erscheinende Konzepte durch ein in Beziehung setzen zu unseren Bedürfnissen zu veranschaulichen.

Hervorzuheben ist hier, dass die Grundlagen der Neurourbanistik natürlich sehr naturwissenschaftlich sind, doch in ihrer Anwendung zeigt sie auch klar und deutlich auf, wo wir bei einer an unseren Bedürfnissen orientierten Planung mit einem rein datenbasierten Vorgehen an unsere Grenzen stoßen und stattdessen Vorstellungsvermögen, Empathie und ein persönliches Wahrnehmen des Ortes notwendig sind – losgelöst von Rastern und Grundrissen.
Durch diese Weiterbildung war dann der letzte und entscheidende Schritt hin zu dem Ansatz getan, den ich heute in meinen Projekten verfolge. Denn ich bin überzeugt, dass angesichts unserer derzeitigen Herausforderungen die Kombination aus Neurourbanistik, echter Interdisziplinarität sowie eines tiefgreifenden Verständnisses für Lebensqualität und Nachhaltigkeit ein wirkungsvoller und notwendiger Baustein auf dem Weg zu einer lebenswerten Gegenwart und Zukunft ist. Ich freue mich darauf, diese gemeinsam mit Ihnen zu gestalten!