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Leistungsphase 0 und Informationsvernetzung

Wie beim Hausbau ist auch für den Erfolg eines Projekts ein solides Fundament entscheidend. Bevor deshalb mit aufwändigen Planungen begonnen wird, ist es essenziell, zuerst eine Entscheidungsgrundlage für die folgenden Schritte zu schaffen. Für die Erarbeitung dieser Grundlage hat sich mittlerweile der Begriff der Leistungsphase 0 etabliert, bei der die Anforderungen an die Fachplaner durch Voruntersuchungen geschärft werden sollen.

Nicht immer, aber doch sehr oft, wird dabei jedoch nur eine bereits ausgewählte Lösungsstrategie konkretisiert. Hier gehe ich einen Schritt weiter, indem ich meinen umfassenden Denkansatz nutze, um durch eine STEEP-Analyse eine Situation aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und dadurch beim üblichen Vorgehen möglicherweise auftretende Gefahren zu verhindern. Besonders wirkungsvoll wird dies, wenn auch während des Projekts Informationen konstant miteinander vernetzt werden.

KURZ UND KNAPP
Ideal für Sie, wenn:
  • Sie als Kommune, Projektentwickler, Initiative, o.ä. auf Grund begrenzter Kapazitäten zu Beginn des Projekts eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Einschätzung benötigen, wie Sie diese Kapazitäten optimal einsetzen können.
  • Sie ein Projekt mit Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen durchführen.
  • Informationen aus verschiedensten Quellen vernetzt werden müssen, um verständlich und anschaulich deren Bedeutung für Ihr konkretes Projekt zu erkennen.
Meine Leistungsbausteine:
  • STEEP-Analyse zu Beginn ihres Projekts, um dieses von allen Seiten ganzheitlich zu betrachten und keine wichtigen Aspekte zu übersehen.
  • Über das gesamte Projekt hinweg Vernetzung von Informationen anhand von grafischen Schemata, die Wechselwirkungen verschiedenster Gegebenheiten sowie Projektabläufe schnell und anschaulich greifbar machen.
  • Daraus abgeleitete Anregungen an die Fachexperten, um diese dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten noch besser einsetzen zu können.

Gefahr 1: Isolierte Problem-Lösungs-Assoziationen in einer Welt voll Wechselwirkungen

Oft ist ein spezifischer Aspekt auslösend für die Motivation zur Durchführung eines Projekts: Ein Gemeinderat will einem möglichen Leerstand im Zentrum der Gemeinde entgegentreten, eine Verwaltung weist auf mögliche Engpässe in der Auslastung sozialer Einrichtungen hin, Bürger setzen sich für die Aufwertung eines öffentlichen Freiraums ein, ein Projektentwickler versucht, durch eine neue Immobilie den Spagat zwischen Rentabilität und Mehrwert für das umliegende Quartier zu meistern – die Beispiele sind unzählig.

In den meisten Fällen wird mit dem wahrgenommenen Problem fast schon automatisch eine Lösung verbunden – ein ganz normaler, evolutionär entstandener Mechanismus, durch den wir als Menschen überhaupt erst die Möglichkeit haben, zielgerichtet zu handeln und stets aufs Neue die unglaublichen Leistungen zu vollbringen, die unser Leben tagtäglich bereichern. Doch Stadt-, Kommunal- und Quartiersentwicklung sind Themenfelder, die auf Grund starker Wechselwirkungen zwischen einzelnen Teilaspekten nur schwer zu überblicken sind. Daraus ergibt sich eine Reihe von Unsicherheiten:

  • Ist die automatisch aktivierte Lösung für das Problem wirklich die ideale Lösung?
  • Wird an anderer Stelle durch die Lösung des einen Problems womöglich ein viel größeres aufgetan?
  • Bestehen alternative Lösungsansätze, die weniger Kapazitäten erfordern?
  • Kann das angegangene Problem sinnvoll mit dem Lösen eines anderen verknüpft werden, um finanzielle, zeitliche und natürliche Ressourcen zu sparen?

Dies zeigt, dass reine Problem-Lösung-Assoziationen zu einer Wahrnehmungsverengung und Überkompensation führen können, wodurch sie eine Gefahr für Projekte darstellen, die unser Wohlbefinden unter Ausnutzung der verfügbaren Kapazitäten möglichst optimal erhöhen wollen.

Gefahr 2: Unbefriedigendes, problemgetriebenes Handeln

Weiterhin bildet sich durch diese Problem-Lösung-Assoziationen ein problemgetriebenes Handeln aus, bei dem wir oft nur auf der „Flucht“ vor negativem sind, jedoch den Blick für positive Errungenschaften verlieren. Denn wenn wir problemgetrieben handeln, stellt sich stets die zermürbende Frage, wann ich mich denn weit genug von dem Problem entfernt habe, die in vielen Fällen nur schwer zu beantworten ist, z.B.:

  • Wann sind die Mieten niedrig genug?
  • Wann ist das Siedlungsklima ausreichend schadstofffrei und überhitzt im Sommer nicht?
  • Wann ist die Verkehrsanbindung schnell genug?

Da in Konsequenz das Gefühl entstehen kann, nur auf der Suche nach dem kleinsten Übel zu sein, entsteht in Ermangelung eines klaren, positiv belegten Ziels oft keine Vision, die alle Beteiligten eint. Dadurch besteht die Gefahr, dass ein Bündeln der verfügbaren Kräfte und eine konstruktive Diskussion über eine zu wählende Strategie ausbleiben. Auf lange Sicht kommt es darüber hinaus auf Grund des andauernden „Fluchtverhaltens“ zu Ermüdungserscheinungen und dem Gefühl, sich stets wie im Hamsterrad abzukämpfen.

Lösung: Umfassende Ausgangsanalyse hin zu einer klaren Entwicklungsstrategie

Um einerseits die Gefahr der Wahrnehmungsverengung und Überkompensation zu verhindern, andererseits aber auch einen Ausweg aus den Gefahren des problemgetriebenen Handelns zu finden, führe ich zu Beginn Ihres Projektes eine STEEP-Analyse durch. Durch diese kann ich mein interdisziplinäres Kompetenzprofil zur vollen Entfaltung bringen, indem ich soziale, physische, ökologische, ökonomische und politische Aspekte der Situation erfasse, die durch Ihr Projekt verändert und verbessert werden soll. Dazu analysiere ich einzelne Indikatoren wie demographische Entwicklungen, verkehrliche Anbindungen, Nahversorgungseinrichtungen, Versiegelungsgrad, Stadtklima oder lokale Besonderheiten. Die untersuchten Indikatoren werden dabei stets individuell auf ihr Projekt abgestimmt.

Aus den hieraus gewonnenen Erkenntnissen gelingt dann – immer mit Ihnen gemeinsam, in einem engen und persönlichen Austausch – der Wechsel von einem problemgetriebenen, oftmals entnervenden Reagieren hin zu einem aktiven, vorausschauenden Agieren. Denn das ausgangs wahrgenommene Problem wird zum Grundstein für eine Entwicklungsstrategie, die ein klares, wünschenswertes Ziel definiert und auf dem Weg dorthin noch viel mehr als nur die Beseitigung eines einzelnen Problems leisten kann. Dadurch wird ein Abdriften des Projekts oder das Übersehen wichtiger Rahmenbedingungen verhindert.

Dabei kann natürlich auch dieser Ansatz keine Utopien versprechen, doch kann durch die bewusste Erarbeitung der Entwicklungsstrategie gezielt zwischen unvermeidbaren Nachteilen abgewogen werden, sodass man diesen stets gegenüberstellen kann, was durch Inkaufnahme eines Nachteils an anderer Stelle für ein Mehrwert geschaffen werden konnte.

Besonders wirkungsvoll: Weiterführung der Strategie im Projekt durch Vernetzung von Information und Akteuren

Am wirkungsvollsten ist dieser Effekt, wenn über die Leistungsphase 0 hinaus auch die während eines Projekts gewonnenen Erkenntnisse zu einem gemeinsamen Bild vernetzt werden, um die Strategie anpassen zu können und sicherzustellen, dass alle Beteiligten überhaupt an einem gemeinsamen Strang ziehen können. Dazu nutze ich grafische Schemata, um Wechselwirkungen verschiedenster Gegebenheiten sowie Projektabläufe auch ohne das Durchblättern langer Berichte schnell und anschaulich greifbar zu machen.

Hieraus ergibt sich dann vor allem das Potenzial, die einzelnen Fachexperten in ihren Aufgaben zu unterstützen. Denn aus den vernetzten Informationen lässt sich in erster Linie erkennen, das Beantworten welcher Fragen für ein optimales Projektergebnis notwendig ist, z.B.:

  • Wenn vor Ort ein unausgefülltes Bedürfnis nach Identifikation besteht – wie könnte dieses durch entsprechende Gebäudearchitektur erfüllt werden?
  • Wenn vor Ort große Abwärmepotenziale bestehen – wie lassen sich diese für ein Quartiersprojekt nutzen?
  • Wenn vor Ort eine große Nachfrage nach Arbeitsplätzen bei gleichzeitigem Leerstand vieler Gebäude herrscht – wie lässt sich hier eine Brücke schlagen?

All diese Fragen können nur Fachexperten beantworten, doch ohne eine interdisziplinäre Vernetzung der Fachbereiche würden derartige Fragen oft gar nicht erst gestellt, sodass die Experten ihre eigenen Fähigkeiten nicht in vollem Umfang ausnutzen können und notgedrungen in eingeschliffenen Abläufen verharren müssen. Dies unterstreicht auch meine Grundherangehensweise, bei dieser Leistung nicht selbst Strategien und Antworten vorzugeben, sondern durch das Sammeln respektive Vernetzen der richtigen Informationen den Akteuren vor Ort oder den Fachexperten die Entscheidungsgrundlage dafür zu schaffen, das Projekt zu einem optimalen Ergebnis zu führen.